Aktuelle Ereignisse

22. April 2010

Vortrag: Kinder brauchen Werte - Jan-Uwe Rogge
Veranstalter:  Kath. Familienbildungsstätte Bitburg e.V., Albachstr.1, 54634 Bitburg; Telefon: 06561-7966; e-Mail: info@fbs-bitburg.de
Veranstaltungsort:  Kath. Schulzentrum St. Matthias (Aula der Realschule), Prümer Str. 18,
54634 Bitburg
Beginn: 20.00 Uhr - Eintritt frei

 

Autorenlesung 2009: Sexuelle Verwahrlosung

Wolfgang Büscher ist Journalist. Er schrieb als Bonn-Berichterstatter für "Sonntag Aktuell" in Stuttgart und arbeitete als Medienberater für zahlreiche Unternehmen, über zehn Jahre auch für Daimler in Stuttgart. Außerdem war er als Radiomoderator tätig und viele Jahre lang als politischer Journalist auch Mitglied der Bundespressekonferenz. Seit Herbst 2002 lebt er in Berlin. 2004 lernte er Bernd Siggelkow kennen und wurde Pressesprecher der Arche.

Am 9. Oktober 2009 referierte und las Wolfgang Büscher zum Thema "sexuelle Verwahrlosung". Der "Trierische Volksfreund schreibt dazu in seiner Ausgabe vom 13. Oktober 2009:
"Im Mittelpunkt von Büschers Fallstudien steht häufig die alleinerziehende Mutter aus sozial schwachen familien mit drei bis sieben Kindern von verschiedenen Vätern. Viele haben sich nach lander Arbeitslosigkeit selbst aufgegeben. Sie haben verlernt, einem geregelten Tagesablauf nachzugehen.
Das ist nicht nur ein Großstadtphänomen, sondern kann auch in der eigenen Nachbarschaft Realität sein. "Es ist nichts ungewöhnliches, wenn die Mutter sich mit ihrem neuen Freund  einen Porno anschaut und das siebenjährige Kind dabei sitzt ", erfährt Büscher während seiner Recherche. "Was ich gehört habe, hat mich geschockt. Ich konnte nächtelang nicht schlafen", sagt Büscher.
Der Lebensinhalt wird über Sex definiert. Sexualität wird zum Ersatz für fehlende Zuneigung und Anerkennung. Aber Kinder wünschen sich verlässliche, freundschaftliche Erwachsene, die sie auch ernst nehmen."
Wenn die Entwicklung so weitergeht wie bisher, wenn das Potenzial    der Kinder aus Problemfamilien weiter so wenig gefördert wird, steht die Gesellschaft 2020 vor einem riesigen Problem - denn die Kinder von heute sind die Gestalter der Gesellschaft von morgen.
Deshalb fordert Büscher ein Gremium aus Politik und Wirtschaft, das sich um Ausbildungsstellen für Jugendliche kümmert, die die Schule nicht geschafft haben. Lehrer und Pädagogen könnten dieses Gremium ergänzen. Sie sind in der Lage, Schwächen und Stärken junger Menschen richtig einzuschätzen und können sie konkret beraten, wenn es um die Auswahl eines Jobs geht. - Hilfe zur Selbsthilfe!
Außerdem sollte es nicht an ein paar Euro scheitern, ob ein Kind einem Verein beitreten kann. Sportliche und musische Betätigung sind für die seelische Entwicklung von enormer Bedeutung.
Vielen Kindern fehlt zu Hause die persönliche Zuwendung eines Erwachsenen, der sich gerne und liebevoll mit ihm beschäftigt. Warum soll man diesen Kindern nicht einen Paten zur Seite stellen, der regelmäßig in die Einrichtung kommt und Zeit mit ihnen verbringt?

www.kinderprojekt-arche.de

 

 

Gesprächsforum 2008: Kinder im Internet - gefangen im Netz?

Am 7. November 2008 fand das 9. Gesprächsforum der IGKS Bitburg-Prüm e.V. statt. Etwa 130 Gäste kamen aus diesem Anlass in die Schalterhalle der Volksbank Bitburg eG.

Ziel der Veranstaltung war es, Eltern, Pädagogen und alle Interessierten mit der Problematik von Internet-Chats zu konfrontieren.
Ideal wäre es, Kinder und Jugendliche davor zu bewahren, Opfer zu werden, aber auch umgekehrt Jugendliche davor zu bewahren, Täter zu werden.

Seitens des Hausherrn begrüßte Rudolf Rinnen die Anwesenden,
Werner von Schichau hieß als Schirmherr der Interessengemeinschaft für Kinderschutz die Anwesenden willkommen.

Markus Hormes, Redakteur des Trierischen Volksfreunds, moderierte die Podiumsdiskussion.

Eine Chat-Simulation, erstellt vom Internet-Experten Michael Reiter, führte ohne Umschweife in die Problematik des Themas ein. Gebannt verfolgten die Zuschauer, wie innerhalb kurzer Zeit ein naives, unkritisches 12-jähriges Mädchen manipuliert wird, ein Nacktfoto von sich an eine angeblich 13-jährige "Freundin" zu senden.

Thomas Albrecht, Dezernent für Internetkriminalität bei der Staatsanwaltschaft Trier, äußerte dazu: Sobald ein Foto im Internet steht, kann es nicht mehr entfernt werden. Selbst wenn der Betroffene es aus seinem Auftritt löscht, so ist es doch längst in Archiven gespeichert. Darüber hinaus ist das Internet heute das wichtigste Kommunikationsmittel Jugendlicher, welches zum unbedachten Austausch persönlicher Daten verführt und die Anbahnung von Straftaten, zum Beispiel sexuellem Missbrauch, erleichtert.
Albrecht bedauerte, dass die Gesetze momentan die Speicherung der IP-Nummern nicht vorschreiben. Über diese Nummer, vergleichbar einer Telefonnummer, ließe sich die Identität des Nutzers ermitteln. Manche Telefongesellschaften speichern sie gar nicht, andere nur 7 Zage lang. Deshalb gilt:  Wenn eine schlimme Beobachtung gemacht wird - sofort zur Polizei gehen, denn dann besteht noch evtl. die Chance, den Übeltäter zu identifizieren.

Viele Straftaten ließen sich von vorne herein vermeiden, meinte Bernd Büscher, Kriminalhauptkommissar aus Bernkastel-Kues, wenn alle Anbieter jeglicher Plattformen das Post-Ident-Verfahren zur Voraussetzung einer Registrierung machten. Da dies jedoch mit Kosten für den Anbieter verbunden ist, sieht man davon ab. (Internet-Banken nutzen dieses Verfahren.)

Rosemarie Neugrodda-Biehl stellte fest, dass eine Ursache für die Faszination des Internet der Gruppendruck ist. Diesem sollten Eltern die echte Begegnung mit Menschen - Familie, Freunde - und echte Erlebnisse entgegensetzen. Dazu braucht man aber Zeit und Ideen und die echte Bereitschaft, sich auf das Kind, den Jugendlichen einzulassen. Ebenso sollten sich die Eltern die nötige Zeit nehmen, mit ihrem Kind das Internet, den Chat, kennen zu lernen.

Natürlich existieren Internet-Plattformen nur, wenn möglichst viele daran teilnehmen, so Thomas Brück, einer von vier Geschäftsführern der Plattform partyface.de. Sie legen großen Wert auf Jugendschutz und bieten eine gewisse Sicherheit, indem sie den Usern vorschlagen, sich mit einer Ausweis-Fotokopie registrieren zu lassen. (Auf ihrer Homepage finden sich gute Ratschläge für junge Nutzer.)

Bernd Büscher zitierte aus einer Studie der Uni Köln, nach der nur 8 % der Opfer sexueller Gewalt - untersucht wurde die Gruppe der 10- bis 19-Jährigen - mit ihren Eltern darüber reden.

Rosemarie Neugrodda-Biehl entgegnete darauf, dass Eltern ihre Kinder gut beobachten müssen, denn solche Übergriffe zeigen immer Wirkung! Außerdem sollen die Kinder schon früh gelernt haben, dass man sich auch irren, dass man auch Fehler machen kann, und dass man sich dann ganz besonders auf die Eltern verlassen kann. Diese sollen nichts beschönigen sondern ihrem Kind helfen, aus einer schwierigen Situation herauszufinden.

Den abschließenden Beitrag der Referenten brachte Michael Reiter zur Sprache: Natürlich kann man auf dem Computer eine Kindersicherung so programmieren, dass bestimmte Seiten gar nicht erst erscheinen können.

Als Fazit der Veranstaltung stellten alle - Referenten wie Zuhörer fest, dass ein großer Aufklärungsbedarf besteht und dass es keine einfachen  Lösungen gibt.

Deshalb erntete Rudi Rinnen große Zustimmung, als er anregte, diese Veranstaltung als Basis eines Projektes für die Region zu nehmen.

 


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